Von schönen Fischen und der logsichen Konsequenz

von am 05. Jul. 2011, abgelegt unter Berichte, Sessionberichte

ImpressionMan glaubt es kaum, doch konnten wir dieses Jahr noch keine zwei- oder mehrtägige Session hinlegen. Zwar waren unsere bislang durchgezogen Shorties sehr erfolgreich, doch ist es immer etwas ganz anderes, wenn man mehrere Tage das Wasser genießen kann. So war es also für das vergangenen Wochenende geplant: von Freitag bis Sonntag ab an den Snagemare. Allerdings kam mal wieder alles ganz anders…

Wir entschieden uns dieses Mal für eine andere Futterstrategie. Vor kurzem habe ich einen Bericht über einen Baggersee mit riesigem Nahrungsaufkommen und relativ geringen Bestand an Großkarpfen gelesen. Kleiner Exemplare sind in diesem See allerdings recht gut vertreten. Also hat der Autor versucht, die Großkarpfen auf seine Seite zu ziehen und war dabei, laut Bericht, auch sehr erfolgreich (was sonst). Aber wie auch immer das an diesem Baggersee nun wirklich gelaufen ist, die Argumente und Theorien, die aufgestellt wurden, klangen für mich logisch sowie einleuchtend. Also wurde an den Futtermengen und an der Futtersorte ein wenig herum geändert und die Strategie einfach mal ausprobiert. Im Groben passten die vorgestellten Faktoren nämlich. Da an den aktuell befischten Stellen keine markanten Punkte auszumachen waren, wollte ich die Fische eben mit Futter überzeugen. Von der Qualität der Pillen bin ich seit Jahren überzeugt, warum also nicht auch die Fische?! Gesagt getan: 3 Wochen lang flogen täglich 2-3 Hände knüppelharte Murmeln ins Wasser. Es war ein, sehr untypischer, bunter Mix aus Proteinen und Bird Food, mehrere Sorten, mehrere Größen.

Das Wetter sollte dieses Mal auch passen: zwar war ein heftiger Wetterumschwung einen Tag zuvor zu verzeichnen, doch die Ruten wurden in Bereichen von 1,00m-4,00m abgelegt: eine musste also mindestens ablaufen.

ImpressionBeim Aufbauen des “Lagers” war bereits viel Aktivität an den vorbereiteten Spots zu sehen. Der Euphorie stieg und stieg. Bis plötzlich der Regen einsetzte. Natürlich waren die PVA-Spielereien gerade montiert…Stress breitet sich aus um alles ins Trockene zu bringen. Das Zelt wurde innerhalb von “Sekunden” aufgebaut und alles Wsserempfindliche hinein geschmissen. Nach einer kurzen Husche war allerdings erst einmal wieder Ruhe, jedenfalls was den Regen anging. Die Ruten wurden noch schnell ausgebracht und dann ging es erst einmal gemütlich ans Grillen und genießen. Die Fische meinten es gut mit uns. Oder besser, mit mir, denn ich kam aus der Frühschicht und war todmüde. Ein wenig Schlaf war unbedingt nötig. Der böige Wind allerdings wollte mir diesen nicht gönnen, da ca. alle 30 Minuten irgendein Delkim kurz aufschrie…

Project: Snagmare PioneersGegen 04:00 Uhr gab es allerdings einen Dauerton. DAS konnte nun wirklich nicht der Wind sein. Nach kurzer Besinnungsphase wurde mir klar, dass meine linke Rute – die im absoluten Nirgendwo – lief. Nach kurzer Zeit war wieder ein Graser an der Wasseroberfläche zu sehen. Doch nur weil dieses Biest sich kurz zeigte, wollte er nicht so schnell in den Kescher. Geschlagene 45 Minuten Überredungskunst waren erforderlich…und es war eiskalt, furchtbar windig. Die kuschlige Liege fehlte mir. Doch endlich konnten wir das Fischchen in den Kescher ziehen und “verarbeiten”. Wie gewohnt wurde der Haken gekappt, mit viel Mühe der Zappelstrappler in der Matte gehalten, ein paar Fotos gemacht und der Fisch ganz flux wieder ins Wasser gebracht. Da ich von der letzten Session noch ein fertig montiertes Rig über hatte, ging die Rute, zusammen mit 2 Händen Murmeln wieder zurück ins nasse Element und wie eeendlich wieder ins windgeschützte Zelt und in die warmen Bed Chairs.

Project: Snagmare PioneersEs gab noch einmal 3 Stunden Schlaf, bevor sich meine linke Rute erneut meldete. Wieder ein schriller Dauerton, wieder eine Besinnungsphase, allerdings dieses mal kein Graser! Nach ca. 20 Minuten zeigte sich dieses Mal ein bildschöner Spiegler von seiner kämpferischen Seite und gab einen herrlichen Drill ab. Inzwischen war es wieder taghell, jedoch verregnet und noch immer recht kühl. Der Fisch wurde also auch im gewohnten Umfang und in gewohnter Schnelligkeit versorgt und wieder schnell ein paar Bilder geschossen. Anschließend ging es wieder auf die Bed Chairs, “noch ein Stündchen matten”. Als ich wieder auferstand, war es allerdings plötzlich 11:30 Uhr. Frühstück wäre jetzt eine gute Sache. Der Von schönen Fischen und der logischen KonsequenzTisch wurde also gedeckt und ein heißer Kaffee gekocht. Kaum war der Start in den Tag erledigt, räumten wir das Lager auch wieder um. Wir wollten die zweite Nacht an anderen Stellen fischen. Die Pods, die Liegen und das Zelt hatten wir schon umgeräumt. Der Regen wollte inzwischen nicht mehr aufhören. Die Laune war zwar gedrückt, doch die Vorfreude auf die neuen Stellen hielt sie auf Pegel. Die Vorfreude wurde jedoch schnell gedämpft: “Guten Tag. LAV xxx, hier findet heute eine Veranstaltung statt und ich muss Sie bitten, das Gewässer zu räumen bzw. auf die andere Seite des Sees zu gehen!”…Wir schauten uns beide an und die logische Konsequenz wurde zeitgleich ausgesprochen “Abbruch!”.

Das ganze Zeug wurde nun also von zwei Stellen zusammen gesammelt, alles verstaut und ab ins Auto und auf den Anhänger. Wieder blieb dem Obermogul ein Fisch verwehrt, wieder wurden wir vom See, bzw. von den Spots vertrieben. Doch die nächste Session wird kommen. Die neuen Stellen werden befischt und auch Ronny wird seine bislang anhaltende Blanksaison beenden!

In diesem Sinne.

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